Sozialverträgliche Hunde ohne Rasselisten


Jede Gefährdung des Menschen durch einen Hund ist eine Gefährdung zuviel!
Genau aus diesem Grund ist es wichtig, vorhandene gesetzliche Regelungen zur
Anwendung zu bringen und umsichtig und mit Erfolg versprechenden Maßnahmen
zu reagieren.
Dabei vertritt der Verband des Deutschen Hundewesens folgende Positionen:


1. Hunde besitzen ein enorm ausgeprägtes Lernvermögen. Deshalb können
    Rettungs-, Blindenführ- und Jagdhunde dem Menschen hilfreich zur Seite
    stehen. In seltenen Ausnahmefällen kommt es zu schwerwiegenden
    Fehlentwicklungen, weil einzelne Tiere unter dem Einfluss ungünstiger
    Lebensverhältnisse das Falsche lernen, also nicht angemessen sozialisiert
    werden. Freiwillige theoretische und praktische Schulungen von Haltern
    mit dem Ziel der Erhöhung von Sachkunde und Haltungskompetenz können
    wertvolles leisten und Bestandteil eines Frühwarnsystems sein.


2. Einige der zu verzeichnenden Beißzwischenfälle haben sich aus situativen
    Fehleinschätzungen ihrer Halter ergeben. Aufklärungsarbeit ist auch hier
    präventiv wirksam und kann schon im Kindesalter beginnen.


3. Schwerwiegende Risikofaktoren für soziale Eskalationen von Hunden sind
    lange Phasen des Alleinseins und ein Mangel an freundlicher Zuwendung
    sowie artgerechter Beschäftigung.


4. Es existiert keine einzige verlässliche Statistik, dass bestimmte Rassen eher
    gefährlich werden als andere. Rasselisten und rassespezifische Maßnahmen
    sind unangebracht, denn dies wurde durch wissenschaftliche Gutachten belegt!


5. Erkrankungen, Störungen und Beeinträchtigungen können die Lebens-
    qualität von Hunden einschränken, welche sie gereizt auf ihre Umwelt
    zugehen lässt. Die Sicherheit der Menschen und die Gesundheit der Tiere
    wird durch qualifizierte und kontrollierte Zucht mit Zuchtzulassungsprüfungen,
    Zuchtprogrammen und Zuchtstättenbescheinigungen sicher gestellt. Im Bereich des
    Hundewesens würde die Politik den Schutz der Gesellschaft
    effektiv erhöhen, wenn sie unqualifizierter und unkontrollierter
    Hundevermehrung sowie skrupellosem Hundehandel noch konsequenter
    entgegenträte!


6. Die Frage nach dem passenden Hund für jeden einzelnen Halter, setzt eine
    umfassende Beratung durch kompetente Organisationen und Vereine,
    sowie erfahrene und erfolgversprechende Ratgeber voraus.
    Siehe unter: Was ist beim Welpenkauf zu beachten!


7. Hunde, Welche auffällig geworden sind und zur Gefährdung eines Menschen
    geführt haben, gilt es gemeinsam mit dem Besitzer zu beurteilen, damit im
    Einzelfall gerecht werdende Auflagen erteilt werden können.


8. Zur Grundvoraussetzung jeden Hundes gehört eine individuelle
    Kennzeichnung (Transponder) sowie eine Haftpflichtversicherung. Dies stellt
    sicher, dass im Schadensfall eine angemessene Entschädigung erfolgen
    kann und angeordnete Auflagen eindeutig dem jeweiligen Besizter
    zugeordnet werden können.